Die neue Zeit

Aufbrüche im sozialen und kulturellen Leben Österreichs Anfang der

1920er Jahre. 

 

Viele Errungenschaften des modernen Lebens, die heute von selbstverständlicher Bedeutung sind, wurden in den frühen 1920er Jahren initiiert, erprobt, durchgesetzt, erkämpft oder gesetzlich verankert. Hundert Jahre nach der Errichtung dieser Meilensteine der gesellschaftlichen Entwicklung wollen wir die Menschen vor den Vorhang holen, denen wir das alles zu danken haben.

 

Sozialgesetze, die im Ständestaat als „Sozialer Schutt“ wieder beseitigt wurden, internationale Entwicklungen wie die Neudefinition der Geschlechterrollen und Liberalisierung der Sexualmoral, beeinflusst durch Kino, Varietés, Zeitschriften und Theater, Lebensreformbewegungen wie Vegetarismus und biologischer Landbau, Sozialwohnungen und Kulturhäuser, neue Kunststile, die aus Paris und Berlin kamen, und neue Formen und soziale Aspekte in Architektur, Möbel und Design, vom Bauhaus beeinflusst, Kanalisation und Elektrisierung…

Erstmals soll durch eine Reihe multimedialer Vorträge ein Überblick über diese Entwicklungen in der Steiermark durch Expertinnen und Experten der einzelnen Bereiche gegeben werden. Sie wurden auch hier in der Auseinandersetzung mit den beharrenden, konservativen Kräften durchsetzt. Die Avantgarden, die immer das Neueste gegen massive Widerstände vorantrieben, spielten dabei eine zentrale Rolle. Der Prenninger Kreis war auch in diesen Bereichen von Relevanz, Leskoschek als Filmkritiker, Maler und Illustrator, Eichholzer und Anna- Lülja Praun als Architekten und Möbeldesigner-

Die neuen Sozialgesetze beförderten den gesellschaftlichen Ausgleich zwischen Arm und Reich. Ein heute wieder aktuelles Thema, nicht umsonst zählt Social Justice zu den Prioritäten des aktuellen EU-Kulturprogramms Creative Europe 2014-2020. Wir wollen die Besonderheiten dieser Entwicklung in Österreich und der Steiermark in ihrem politischen Kontext untersuchen.

Kunst und Kultur dieser Zeit in der Steiermark ist besonders ereignisreich und wird auch am Beispiel von Broschüren, Zeitschriften und Fotodokumenten präsentiert werden.

 

Was?

mediale Auseinandersetzung  mit Publikationen der Nachkriegszeit

Wann?

Wo?

City Graz

Wer?

 Kuratoren: Günter Eisenhut, Heinmo Halbrainer