prenninger
gespräche 2012
Samstag, 28. April 2012, 19 Uhr
KulturPension Landhaus Feuerlöscher,
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Buchpräsentation von Günter Eisenhut:
Monografie "Axl Leskoschek (1889-1974)"

Präsentation der eben erschienenen Monographie über den Maler, Grafiker und
Illustrator Axl Leskoschek, mit Texten von Günter Eisenhut und Günther
Holler Schuster und 100 Werkabbildungen. Vortrag von Günter Eisenhut mit
Projektion von Bildern aus dem Werk des Künstlers. Axl Leskoschek war seit
Anfang der 1930er Jahre Teil des widerständigen Kreises, der sich im
Landhaus Feuerlöscher in Prenning traf, und war mit Lilly Feuerlöscher eng
befreundet. Als er nach dem Februar 1934 von der Polizei gesucht wurde,
versteckte er sich in Prenning. Nach seiner Rückkehr aus dem brasilianischen
Exil war er ab 1952 wieder häufiger Besucher und verbrachte hier viele
Urlaube.
Ab 1919 studierte er Malerei und Grafik, 1923 war er Gründungsmitglied der SEZESSION
GRAZ. Redakteur beim Grazer Arbeiterwillen – Bühnenbildner in Augsburg. 1934
beteiligte er sich am Aufstand des sozialdemokratischen Schutzbundes, wurde inhaftiert,
betätigte sich jedoch nach seiner Entlassung weiterhin illegal für die sozialistische
Partei und wurde 1936/37 neuerlich eingesperrt. Während seiner Haft im
Anhaltelager Wöllersdorf malte er eine umfangreiche Folge allegorischer Blätter in
expressiv-surrealem Stil, die zu den bedeutenden Manifestationen widerständiger
Kunst in Österreich zählen. 1938 flüchtete Axl Leskoschek gemeinsam mit Herbert
Eichholzer vor den Nationalsozialisten zuerst nach Triest und dann allein in die
Schweiz. Er publizierte unter einem Pseudonym kritische Artikel über die Verhältnisse
im Deutschen Reich. Deshalb von der Abschiebung bedroht, ging er 1940 ins Exil nach
Brasilien. Dort wurde er Professor einer Kunstschule und leistete einen bis heute unvergessenen
Beitrag zur Entwicklung der modernen Grafik in Brasilien. 1948 kehrte er
nach Österreich zurück. In der Zeit des Kalten Krieges trat er als kommunistischer
Aktivist für den Realismus in der Kunst ein. Lange wurde sein Werk offiziell kaum
beachtet, erst mit seinem Odysseus- und dem Kain-Zyklus erlangte er durch internationale
Ausstellungen in den 60er Jahren eine gewisse Bekanntheit.
Trotz seiner Bedeutung als Illustrator und eines umfangreichen Werkes an Ölbildern
und Aquarellen wurden ihm erst 1971 in der Neuen Galerie in Graz und 1974 in der
Wiener Albertina Einzelausstellungen ermöglicht. Heute gilt er als einer der
Hauptvertreter der sozial engagierten Kunst in Österreich und der steirischen Kunst des
20. Jahrhunderts.
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Eröffnung am Samstag, 16. Juni 2012, 17 Uhr
KulturPension Landhaus Feuerlöscher,
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Ausstellung
Balanceakt - Walter Ritter
und SchülerInnen der Grazer Ortweinschule
Dauer der Ausstellung: 17. Juni bis 17. November 2012
KulturPension Landhaus Feuerlöscher,
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Einführung: Arch. Dipl.ing. Eugen Gross
Obmann des Vereins „prenninger
gespräche“,
Kurator der Ausstellung
Zum Projekt der Ortweinschule: AV. Dipl.Ing.Dr. Friedrich Haydn
Für die das Projekt unterstützende UNESCO Landesarbeitsgemeinschaft spricht Obfrau Dr. Sonja Draxler
Die Jahresausstellung 2012 des Vereins „Prenninger Gespräche“ ist dem Bildhauer Walter
Ritter gewidmet. Er war in den 30er - Jahren Mitglied des widerständigen „Prenninger
Kreises“, der zunächst in Opposition zum Austrofaschismus, später zum Nationalsozialismus stand. Ritter wurde zum Kriegsdienst eingezogen, nach glücklicher Rückkehr aus der Kriegsgefangnschaft war er mehrere Jahre Lehrer für Bildhauerei an der Ortweinschule.
Ab den 50er-Jahren war sein Lebensmittelpunkt Linz, wo er an der Kunstschule, heute Hochschule für Gestaltung, unterrichtete. In ihm haben sich außerordentliches künstlerisches Potential und pädagogische Fähigkeiten verbunden.
SchülerInnen und MeisterschülerInnen der Grazer Ortweinschule haben sich im Rahmen ihrer Ausbildung mit dem für den Künstler essentiellen Problem der Balance befasst und versucht, eigenständige Interpretationen aus heutiger künstlerischer Sicht zu geben.
Der Vielfalt des Werkes von Walter Ritter entsprechen auch die aktuellen Kunstäußerungen
in Graphik, Bildhauerei und Keramik, die Schüler in einem kooperativen Projekt erarbeitet
haben. Diesem wurde ein theoretisches Konzept zugrunde gelegt, die Balance im
Widerstreit gegensätzlicher Kräfte sieht, die auf Ausgewogenheit zielen. Dennoch
schwingt dabei ein Konfliktpotential mit, das in der Auseinandersetzung mit der Labilität
innovative Aspekte ins Blickfeld rückt.
Einer aus Lehrern der Ortweinschule und außenstehenden Experten gebildeten Jury wird
die Auswahl jener Arbeiten obliegen, die im Innen- und Außenbereich des Hauses
Feuerlöscher in Prenning bei Deutschfeistritz als Balanceakt zwischen einem ausgereiften
Werk und der Kreativität junger Künstler angesehen werden kann. Dabei kommt dem
Begriff der Balance eine weitergehende Bedeutung zu, die auf die ursprüngliche
Bestimmung des „Prenninger Kreises“ rekurriert: die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Ziel des Ausgleichs zwischen Freiheit und Bindung an Werte, die unserer humanen Weltsicht entsprechen.
Montag, 25. Juni 2012, 19 Uhr
KulturPension Landhaus Feuerlöscher,
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Gespräch mit Wolfgang Suschitzky
Wolfgang Suschitzky
Der berühmte Fotograf und Kameramann Wolfgang Suschitzky, 1912 in Wien als Sohn
eines jüdischen sozialdemokratischen Verlegers geboren, ist unter dem Eindruck des
Austrofaschismus 1934 nach England emigriert und begann dort im selben Jahr professionell zu arbeiten. Er machte sich rasch einen Namen als Fotoreporter und wurde in den Folgejahren zu einer wichtigen Figur des britischen Dokumentarfilms.
Anlässlich seines 100. Geburtstages gibt es eine Ausstellung seiner Fotos in der Galerie
Remixx in Graz. In einem Gespräch im kleinen Kreis, moderiert von Günter Eisenhut, können besonders Interessierte im Landhaus Feuerlöscher einen persönlichen Eindruck von Wolfgang Suschitzky gewinnen.
Samstag, 29. September 2012, 19 Uhr
KulturPension Landhaus Feuerlöscher,
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Vortrag:
Walter Ritter - Eine zeitgeschichtliche Einordnung
Mag. Günter Holler-Schuster, Universalmuseum Joanneum
Sich um das Werk und die Person Walter Ritters anzunehmen bedeutet einen weiten
Bogen innerhalb der Österreichischen Kunstentwicklung zu spannen. Ritter war einer
der anerkanntesten österreichischen Bildhauer, dessen Werk schon früh von internationalen
Ausstellungen und Aktivitäten geprägt war. 1953 war er bei der Sao Paulo
Biennale eingeladen, 1947 nahm er an einer Ausstellung des Art Club in Rom teil,
1936 beteiligte er sich an der Biennale von Venedig und 1935 war eine monumentale
Marienstatue sein Beitrag zur Weltausstellung in Brüssel.
Zwei Diktaturen prägten seine Schaffenszeit. Einerseits der Nationalsozialismus, vor
dem er in die Anonymität der Großstadt Berlin flüchtete und andererseits der Austrofaschismus,
der grundsätzlich ein ambivalentes Verhältnis zur Moderne pflegte.
Letzteres wurde in Österreich bis heute nicht sehr ausführlich und vorbehaltslos diskutiert.
Walter Ritter ist ein gutes Beispiel, anhand dessen man das versuchen kann. Gibt
es eine Kunst des Austrofaschismus und wenn ja, wie sieht sie aus?
Donnerstag, 25. Oktober 2012, 19 Uhr
KulturPension Landhaus Feuerlöscher,
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Vortrag: Günter Eisenhut
Ernst Fischer & Axl Leskoschek
und der vergebliche Versuch, einen modernen sozialistischen Realismus in Österreich zu implantieren.
Vor 40 Jahren, 1972, verstarb der in Graz aufgewachsene Journalist, Autor, Politiker
und Theoretiker Ernst Fischer während eines Urlaubes in Prenning. Er war seit seiner Jugend mit dem Maler und Grafiker Axl Leskoschek eng befreundet und dessen wichtigster Gesprächspartner in stilistischen Fragen.
Nach dem 2. Weltkrieg ging es ihnen um die Konzeption eines von Moskau unabhängigen
„Sozialistischen Realismus“, der moderne Elemente verwendete, aber dennoch
allgemeinverständlich blieb. Mit diesen Intentionen setzten sie sich zwischen alle Stühle: Den österreichischen Maler-Kollegen war dieser Realismus zu wenig, den kommunistischen Genossen zu stark modern.
Mit Bildprojektionen.
