VERANSTALTUNGEN
prenninger
gespräche 2011
Nähere Information und Jahresprogramm:
Oliver Ressler
We Have a Situation Here

Eröffnung: Samstag, 4. Juni 2011, 17 Uhr
Dauer der Ausstellung: 5. Juni bis 30. Dezember 2011
Landhaus Feuerlöscher
Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Tel. +43-664-411 3668
www.prenningergespraeche.at
Die Ausstellung „We Have a Situation Here“ versammelt eine Reihe von Plakaten,
Fotoarbeiten und Filmen, die Oliver Ressler in den vergangenen Jahren realisiert hat.
Sie ermöglicht einen Einblick in die unterschiedlichen Stränge und Strategien, die
Resslers künstlerische Praxis ausmachen. Seine Ausstellungen, Arbeiten im
Außenraum, Filme, Vorträge, Bücher und von ihm kuratierten Ausstellungen rekurrieren
auf Themen wie Ökonomie, Demokratie, Widerstandsformen, gesellschaftliche
Alternativen, Rassismus oder die globale Erwärmung. Ressler's Position ist dabei
immer parteiisch. „Wie andere KünstlerInnen, die es darauf abgesehen haben, sich
direkt in die politische Sphäre einzubringen, behandelt Ressler die Ästhetik praktisch, als eine Reihe von Werkzeugen, mit denen man einen Job erledigt. Zu diesem Zweck
besteht seine Arbeit einmal aus Postern und Videos, ein anderes Mal bezieht sie architektonisch
kontingente visuelle Elemente mit ein oder sie benutzt organisatorische oder
pädagogische Situationen, um öffentliche Diskussionen und Debatten auszulösen.
[...] Resslers Anspruch, sich zwischen verschiedenen, Fiktion und Nicht-Fiktion verbindenden
Räumen hin und her zu bewegen, hebt die Gefahr hervor, die KünstlerInnen
für die Ordnung der Dinge darstellen können“, schreibt Gregory Sholette. Marco
Scotini ergänzt: „Ressler is one of the new generation of artists operating in the 'grey
area' that exists between art and politics who develop projects on a variety of social themes
using different media. But what particularly distinguishes Ressler's work compared to
others and has led to his international renown is the role of policy activist he assumes
through his documentary and social inquiries, through the production of slogans and publicizing
campaigns that serve many and various types of political agitation and social conflict,
and finally through conferences, publications, counter-information campaigns and
exhibitions that gather together the results of his investigations”.
Die Personale in Prenning kombiniert unterschiedliche Poster und Großflächenplakate, die
in unterschiedlichen Kontexten ursprünglich in Städten wie Amsterdam, Graz, Karlsruhe
und Linz affichiert wurden, mit Fotografien aus den Serien „Globalizing Protest“ (seit
2004) und „We Have a Situation Here“ (2011). Diese Arbeiten werden durch ein
Videoarchiv ergänzt, in dem die elf von Ressler seit 2000 realisierten Filme zur Sichtung
zur Verfügung stehen. Darunter befinden sich drei Filme, die sich mit der so genannten
Anti-Globalisierungsbewegung auseinandersetzen, und drei Filme zu den politischen
Prozessen in Venezuela.
Oliver Ressler, geboren 1970 in Knittelfeld, lebt und arbeitet in Wien. Seine Projekte
wurden in Einzelausstellungen im Berkeley Art Museum, USA; Platform Garanti
Contemporary Art Center, Istanbul; Museum of Contemporary Art, Belgrad; Kunstraum der
Universität Lüneburg; Centro Cultural Conde Duque, Madrid und im Alexandria
Contemporary Arts Forum, Ägypten gezeigt.
Ressler nahm an mehr als 200 Gruppenausstellungen teil, darunter im MASS MoCA, USA;
Itaucultural Institute, Sao Paulo; National Museum of Contemporary Art, Athen; CAAC,
Sevilla; Van Abbe Museum, Eindhoven und an den Biennalen in Prag, Sevilla, Moskau,
Taipei, Lyon und in der 4th Young Artists' Biennial in Bukarest.
Für die Taipei Biennale 2008 kuratierte Ressler eine Ausstellung über die Anti-
Globalisierungsbewegung, „A World Where Many Worlds Fit“, die außerdem 2010 in der
Foreman Art Gallery der Bishop University in Sherbrooke, Kanada gezeigt wurde. 2008
erschien sein Buch „Alternative Ökonomien, alternative Gesellschaften“ (Promedia
Verlag).
www.ressler.at
Steiermark heute vom 7. Juni 2011
Berichterstattung auf ORF,
Beitrag 9
Link zum Mediaplayer des ORF

Montag, 27. Juni 2011, 11 Uhr
Landhaus Feuerlöscher, Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Workshop mit Oliver Ressler
Im Workshop wird Oliver Ressler die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten vorstellen und
anhand dieser mit den Teilnehmern die Möglichkeiten diskutieren, wie man in bestehende
Realitäten intervenieren kann.
Kostenlose Fahrt mit dem Bus ab Graz, Andreas Hofer Platz, um 10 Uhr, Rückkunft von
Prenning um ca. 17 Uhr.
Um telefonische Voranmeldung (0664 – 3112 169) wird gebeten.

Samstag, 8. Oktober 2011, 19 Uhr
Landhaus Feuerlöscher, Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Vortrag von Uwe Baur und Karin Gradwohl-Schlacher:
Handlungspielräume österreichischer SchriftstellerInnen im
Nationalsozialismus
Die Klärung der Handlungsspielräume ist ein entscheidender Faktor in der aktuellen
Diskussion über ethische und politische Dimensionen des Verhaltens von KünstlerInnen in
der NS-Zeit. Ohne Kenntnis persönlicher, familiärer, finanzieller und politischer
Beschränkungen, die bei der Gewichtung von Dokumenten eine wichtige Rolle spielen sollten,
kommt es immer wieder zu unausgewogenen Beurteilungen.
Für uns Nachgeborene
ergibt sich daraus die Frage, mit wie viel Mut wir selbst unsere Handlungsspielräume als
demokratische Freiräume wahrnehmen und nutzen.
Seit 1986 wurde am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz die
umfangreichste Sammlung und Dokumentation von Materialien und Daten zur Literatur in
Österreich zwischen 1938 und 1945 geschaffen. Gegenwärtige MitarbeiterInnen sind Dr.
Karin Gradwohl-Schlacher und Univ. Prof. Dr. Uwe Baur. Mit dem bereits erschienen
Steiermark-Band und dem in Fertigstellung begriffenen Kärnten-Band beginnt eine flächendeckende
Bestandsaufnahme des literarischen Lebens in ganz Österreich während des
Nationalsozialismus. Den Abschluss bildet ein übergreifendes Institutionen-Lexikon, das
die Funktionsträger, literarischen Vereine, Preise, Periodika und Anthologien, Verlage und
Theater aller „Gaue“ zusammenfasst.
Samstag, 12. November 2011, 19 Uhr
Landhaus Feuerlöscher, Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Künstlergespräch, Ausschnitte aus Videos und Diskussion:
Ernst Logar im Gespräch mit Heimo Halbrainer über die Ausstellungsreihe
„Das Ende der Erinnerung – Kärntner PartisanInnen”
In der Ausstellungsreihe „Das Ende der Erinnerung – Kärntner PartisanInnen” des
Künstlers Ernst Logar sprechen Kärntner Sloweninnen und Slowenen über ihre einschneidenden
Erlebnisse im zweiten Weltkrieg bei den Partisanen, über die Nachkriegsjahre und
über ihre heutige Lebenssituation in Kärnten. Die vom Künstler aufgezeichneten
Gespräche, präsentiert in Form einer Videoinstallation, sind eindringliche Dokumente
einer letzten Generation von Zeitzeugen, die sich gegen das NS-Regime gestellt haben und
deren unmittelbare Erinnerungen bald verloren sein werden.
Die Ausstellung wurde an vielen geschichtsträchtigen Orten in Österreich gezeigt:
im Palais
Epstein (Österreichischen Parlament, Anfang 2008), in der Gedenkstätte für Opfer der NSJustiz,
im Landesgericht Wien (April 2008), im Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK)
(Juni/November 2008), im Kulturhaus St. Primus/Kulturni dom _entprimo_ (Juni/Juli
2008), im Museum Gedenkstätte Per_manhof/Muzej pri Per_manu (Juli/Oktober 2008)
sowie in der Aula der Universität Wien (Oktober/November 2010) und im
Pavelhaus/Pavolva hi_a in Laafeld/Potrna bei Bad Radkersburg (Dezember 2010 bis
Februar 2011)
Samstag, 10. Dezember 2011, 19 Uhr
Landhaus Feuerlöscher, Prenning 58, 8121 Deutschfeistritz
Buchpräsentation/Der Roman von Kurt Neumann:
„Bürger der Pause – Gefangene zwischen zwei Kriegen“
Heimo Halbrainer und Christian Teissl stellen den erstmals veröffentlichten Roman
von Kurt Neumann „Bürger der Pause - Gefangene zwischen zwei Kriegen“ vor.
Eine Kooperation des Vereins Clio und „prenninger gespräche“